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30.04.2019

Mythos Marrakesch

Reizüberflutung mit zehn Buchstaben

Der Wind ist verschwunden, hat sich vor die Tore der Stadt zurückgezogen. Das Trommeln der Tamburine ist verklungen – erst lange nachdem der Wind gegangen war. Mindestens die halbe Nacht waren sie zu hören. Rhythmisch, dröhnend, im donnernden Stakkato. Und es roch sogar hunderte Meter vom Geschehen entfernt nach dem in die Luft gespienen und gleich darauf verpufften Petroleum der Feuerspucker. Nichts davon störte, alles gehörte hierher. Und als die Tamburine und Schellen bei geöffnetem Zimmerfenster irgendwann in der Nacht nicht mehr zu hören waren – da fehlte etwas. Es wird so still, dass man davon aufwacht.

Und dass man all das vermisst, über das hinweg es sich kurz zuvor kaum einschlafen ließ: All das, was die Königsstadt Marrakesch mehr als jede andere Metropole Nordafrikas zum Mythos hatte werden lassen und selbst dann noch ihren Zauber ausmacht, wenn Straßen, Häuser und versteckte Gärten zwischen dem Zentrum mit dem Gauklerplatz und dem eigenen Hotelzimmer mit dem offenen Fenster liegen. Was für eine Stadt! Und was für großartige Hotels, vom berühmten La Mamounia bis zu versteckten Stadthäusern, den sogenannten Riads. Wann fliegen Sie hin?